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In eigener Sache (Stand: 11.05.2020)

Seit inzwischen 8 Wochen hat uns die Corona-Pandemie fest im Griff. Und genauso lange besteht bereits die Notbetreuung in unseren Kindertageseinrichtungen und Horten.

Bedenkt man, dass das Land Sachsen-Anhalt in den Nachmittagsstunden des 13.03.2020 die erste Verordnung zur Eindämmung des Corona-Virus veröffentlichte und damit u. a. die Schließung unserer Kitas und Schulen verfügte, standen die Formulare zur Beantragung der Notbetreuung pünktlich am Montag, 16.03.2020 bereit. Dies verdanke ich zum einen der guten Zusammenarbeit mit anderen Kommunen und dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld, aber vor allem den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen unserer Verwaltung und den Leiterinnen unserer Kindereinrichtungen.

Pressemitteilungen, Informationsschreiben, Formulare wurden am Wochenende erarbeitet und u. a. auf der Homepage der Stadt zur Verfügung gestellt. Es wurden kurzfristige Dienstberatungen einberufen, an der alle betroffenen Mitarbeiter/innen und die Kitaleitungen teilnahmen. Zu keiner Zeit bedurfte es dienstlicher Anweisungen, um deren Erscheinen anzuordnen, vielmehr standen die Leiterinnen sprichwörtlich bereits vor der Rathaustür, um ihren Beitrag zur Bereitstellung der Notbetreuung zu leisten und waren sogar in den Nachtstunden für die Fachbereichsleiterin erreichbar. Per WhatsApp oder auf anderem Wege wurden die pädagogischen Teams auch über aktuelle Erlässe und getroffene Anweisungen zur Gewährleistung der Notbetreuung informiert.

 

Die darauf folgenden Erlässe der Landesregierung geben uns dabei regelmäßig den Rahmen vor, in dem die Notbetreuung zu gewährleisten ist. Ein Ermessensspielraum steht den Mitarbeitern der Verwaltung regelmäßig nicht zu, um beispielsweise Anträge von Berufsgruppen zu genehmigen, die nicht von der Systemrelevanz erfasst sind. Bei allem Verständnis für Eltern, die ihrer beruflichen Beschäftigung nicht nachgehen konnten bzw. noch immer nicht können, ist es unser Anliegen, so viele Kinder wie möglich aufnehmen zu können. Daran wurde vom ersten Tag der Pandemie konsequent gearbeitet. Viele unserer Beschäftigten gehören den Risikogruppen an, bei denen bei einer Infektion mit Covid-19 die Gefahr des schwerwiegenden Krankheitsverlaufs besteht. So mussten auch Beschäftigte im pädagogischen Bereich – aufgrund von Verordnungen der Landesregierung- ins Homeoffice versetzt werden. Sie stehen demnach für die direkte  „Arbeit am Kind“ nicht zur Verfügung. Andere Beschäftigte wissen um das Infektionsrisiko als Angehörige der Risikogruppe und sind dennoch vor Ort für die Kinder da.

 

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass uns die Erlässe der Landesregierung regelmäßig zwingen, an Wochenenden und auch Feiertagen am Arbeitsplatz präsent zu sein. Das Formular zur Beantragung der Notbetreuung wurde allein 5 x verändert seit dem 16.03.2020 und konnte Ihnen, den Eltern, immer vor offiziellem Inkrafttreten der Verordnungen rechtzeitig ausgereicht werden. Die Stadt Raguhn-Jeßnitz hat dabei keinen Einfluss darauf, was die Landesregierung hinsichtlich der Notbetreuung regelt. Wie diese zu gewährleisten ist, wird uns von der  Landesregierung vorgegeben und bei allem Verständnis für die Eltern, die seit Wochen darauf warten, wieder arbeiten zu können, haben auch Sie bitte Verständnis dafür, dass sich die Stadtverwaltung und die Kindereinrichtungen an diese Regeln halten müssen.

Momentan gilt, dass unsere Einrichtungen weiterhin von 6.00 bis 17.00 Uhr geöffnet haben. In den Kindergärten und –krippen sind feste Gruppen zu bilden mit maximal 12 Kindern im Kindergartenalter bzw. 6 Kindern im Krippenalter. Im Hort dürfen es 15 Kinder pro Gruppe und Raum sein. Jeder Gruppe ist eine Erzieherin fest zugeordnet, eine Vermischung des Personals oder gar der Gruppen ist nicht erlaubt. Bei einer Öffnungszeit von 11 Stunden brauchen wir also regelmäßig 2 Erzieher/innen, die sich um die ihnen zugewiesene Gruppe kümmern. Mund-Nasen-Bedeckungen werden nicht getragen. Lediglich die Eltern müssen dies tun, wenn Sie die Einrichtung ausnahmsweise betreten müssen oder Kleinstkinder an die Erzieher übergeben. 

 

Während es im „Normalbetrieb“ Sammelgruppen gibt, die es erlauben in Randzeiten (z. B. 6-7 Uhr) verschiedene Kinder in einer Gruppe zusammen aufzunehmen, um sie dann ab 7.00 Uhr ihrer eigenen Gruppe zuzuteilen, ist diese Handhabung derzeit nicht erlaubt. Im „Normalbetrieb“ der sich nach dem Kinderförderungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt orientiert, gilt der gesetzlich vorgeschriebene Betreuungsschlüssel auch dann als erfüllt, wenn das Personal urlaubs- oder krankheitsbedingt fehlt.

Genau das ist aber jetzt anders! Zu einer Gruppe gehören nunmehr 1-2 Erzieher/innen, die definitiv anwesend sein müssen, um Ihre Kinder zu betreuen! Dies heißt seit dem 16.03.2020 angeordnete Mehrarbeit und Überstunden, Urlaubssperren und die tagtägliche Hoffnung, dass niemand unserer pädagogischen Mitarbeiter erkrankt. Die im Homeoffice befindlichen Beschäftigten müssen weiterhin der Kita fernbleiben, also arbeiten unsere Mitarbeiter inzwischen am persönlichen Limit.  Die Leiterinnen versuchen neben der Gestaltung von Gruppen- und Dienstplänen ihren Mitarbeitern noch Freiräume für pädagogische Arbeit einzuräumen, die unter den gegebenen Umständen definitiv zu kurz kommt. Viele Kinder haben Anpassungsschwierigkeiten, wenn sie seit Wochen zuhause betreut wurden und plötzlich wieder in die Kita kommen. Der Gruppenraum ist ein anderer, die Erzieherin ist eine andere und vielleicht ist es sogar eine ganz andere Einrichtung, die sie aufgrund der fehlenden Kapazitäten besuchen müssen. Es ist nur schwer nachvollziehbar als Erwachsener, was das für die Kinder bedeutet, aber es lässt sich erahnen.

 

Selbstverständlich bitten wir die Eltern – wie vom Land gewünscht-, Ihre Kinder nur zeitlich begrenzt in die Einrichtungen zu bringen, sich auf Kernzeiten zu konzentrieren oder nur tageweise die Notbetreuung zu nutzen. So können nur zum  Teil genutzte Plätze anderen Eltern bzw. deren Kindern zeitweise vermittelt werden oder eine Erzieherin eine weitere Gruppe betreuen. Aber wie sieht die Realität aus?

Die Erzieherinnen und die Mitarbeiter der Verwaltung sehen sich verbalen Attacken ausgesetzt, werden persönlich oder am Telefon beleidigt. Dabei ist jeder meiner Mitarbeiter von Anfang an bestrebt, Ihnen, den Eltern und Kindern, zu helfen, wo es irgendwie möglich ist. Ich möchte dabei betonen, dass sich rd. 95% aller Eltern respektvoll verhalten und den Sinn und Zweck der Notbetreuung verstanden haben. Aber die verbleibenden 5 % nutzen die Notbetreuung, beispielsweise

-        obwohl der Partner Zuhause ist und damit alternativ als „Betreuer“ zur Verfügung stünde,

-        der Schichtdienstplan zumindest wochenweise zuließe, das Kind zuhause zu betreuen,

-        die Betreuungszeit in voller Stundenzahl genutzt wird, weil sich Eltern nach der Arbeit noch erholen müssen,

-        oder gar Versuche unternommen werden, das Kind länger in der Einrichtung zu belassen als der Betreuungsvertrag aussagt.

 

Ein Versehen? Absicht? Letzteres will ich nicht unterstellen. Und dennoch bleiben meine Mitarbeiter freundlich, denn vereinzelt wissen wir um die Prädestination, die die Eltern während der Corona-Pandemie ereilt.

Selbstverständlich ist auch uns bewusst, dass die Kinderbetreuung während des Homeoffice extrem schwierig ist und Arbeit und Kind dabei zu kurz kommen. Dennoch gilt dies laut Erlass der Landesregierung als alternative Betreuungsmöglichkeit und der Anspruch auf die Notbetreuung damit nicht als gegeben. Den Mitarbeitern Bevorzugung vorzuwerfen, entbehrt jedweder Grundlage.

 

Die Belastungen der Kinder und Eltern haben durch die Einschränkungen massiv zugenommen und auch aus meiner Sicht wird es Zeit, den Einrichtungen wieder den Normalbetrieb zu gestatten. Andererseits ist die Infektionsgefahr nicht gebannt und immer noch extrem wichtig, die Infektionszahlen so gering wie möglich zu halten. Nicht auszudenken, was passiert, wenn die Maßnahmen wieder verschärft werden müssten. Dies gilt es unbedingt zu vermeiden aber mit Augenmaß!

 

Bitte liebe Eltern, denken Sie daran, auch die Mitarbeiter der Verwaltung und unsere pädagogischen Teams in den Kindertageseinrichtungen und Horten sind selbst mittelbar und unmittelbar von der Pandemie betroffen. Doch Sie alle möchten, dass es Ihren Kindern gut geht und stellen dafür in dieser Zeit persönliche Belange überdurchschnittlich hinten an. Wie bereits erwähnt, ist es uns in manchen Einrichtungen nur deshalb möglich, die Notbetreuung aufrecht zu erhalten, weil Mitarbeiterinnen das höhere persönliche Risiko in Kauf nehmen,  um für Ihre Kinder da zu sein. Auch alle anderen, die nicht zur Risikogruppe gehören, könnten erkranken. Die Angst vor Infektionen bleibt, dennoch lassen Sie sich nicht beirren.  Wenigstens die Pflicht zum Tragen eines Mund- und Nasenschutzes für Sie als Eltern sowie die Einhaltung des Mindestabstandes sollte dabei selbstverständlich sein und nicht stets und ständig in Frage gestellt werden!

 

Liebe Eltern, ich bitte Sie an dieser Stelle in erster Linie um Verständnis und Respekt gegenüber den Beschäftigten in unseren Kindereinrichtungen, ebenso gegenüber den Mitarbeitern der Verwaltung. Diese bringen auch für Ihre persönliche Situation Verständnis auf und helfen, wo es ihnen möglich ist. Aber manchmal sind auch uns einfach die Hände gebunden.

Bedenken Sie auch, dass unsere Rathäuser zwar geschlossen sind, Ihnen aber jederzeit die Möglichkeit gegeben wird, die Mitarbeiter anzurufen oder Termine zu vereinbaren. Seit Inkrafttreten der 1. Eindämmungsverordnung waren unsere beiden Rathäuser mit nahezu voller Belegschaft besetzt, um für Ihre Belange verfügbar zu sein – ausnahmsweise ein Vorteil, dass wir über 2 Rathäuser verfügen, die territorial getrennt voneinander sind.

 

Es ist mir ein persönliches Bedürfnis, meinen Mitarbeitern in den Einrichtungen und den Leiterinnen herzlich zu danken! Trotz dieser Tiefschläge, die Sie hin und wieder ereilen, stellen Sie sich weiter den Herausforderungen, die uns Corona eingebracht hat und machen Ihre Arbeit trotz vieler Hindernisse ganz hervorragend! Ich konnte mich bisher jederzeit auf Sie verlassen. Sie halten durch, obwohl die Belastungsgrenze schon länger überschritten ist. Dies ist aber auch den Eltern geschuldet, die mit Nach- und Einsicht reagieren und sich eben nicht leiten lassen von Verschwörungstheorien, sondern die bestehende Infektionsgefahr ernst nehmen. Nur so kann es gelingen, die Kinder und unsere Teams vor Infizierungen zu schützen und die Notbetreuung aufrecht zu erhalten!

 

Mein Dank gilt in dieser schwierigen Zeit aber ebenso den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in der Stadtverwaltung, die ebenso unbeirrbar ihre Arbeit fortsetzen. In vielen Bereichen führt die Corona-Pandemie dazu, dass nur noch die aktuellen Verordnungen abgearbeitet werden können und Vieles liegen bleiben muss.   Daneben sind auch noch regelmäßige Kontrollen, außerhalb der üblichen Arbeitszeit, durchzuführen, um die Einhaltung der in der Eindämmungsverordnung festgelegten Regeln zu überwachen. Dies dient im Übrigen nicht der Einnahmebeschaffung, sondern dem Schutz jedes einzelnen Bürgers unserer Stadt!

Im Zuge dessen geht auch ein herzliches Dankeschön an die Kameraden und Kameradinnen der Ortsfeuerwehr Raguhn, die mit kleinen Überlebenspaketen nach den Osterfeiertagen für gute Laune im Rathaus sorgten! Die Mitarbeiter/innen waren sehr gerührt über diese schöne Geste.

 

Auch Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürgern, danke ich dafür, dass Sie sich weiterhin an die bestehenden Regeln und Auflagen halten. Nichts kann uns schlimmer treffen, als dass die Lockerungen wieder aufgehoben werden.

Bitte denken Sie ALLE daran!

Gez. Marbach   Gez. Mädchen-Vötig
Bürgermeister Stadt Raguhn-Jeßnitz   Fachbereichsleiterin Zentrale Dienste und Soziales, Öff. Sicherheit und Ordnung

 

 

 

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